Das Wissen der alten Meister bildet die Basis unserer Ausbildung. Das Ziel war (und sollte auch heute noch sein), das Reitpferd durch sinnvolle Gymnastik für die Reiterhilfen aufmerksam und bis ins hohe Alter leistungsfähig und gesund zu erhalten. Im Kampf entschied die Schnelligkeit der Reaktion des Pferdes auf die Signale seines Reiters über Leben und Tod. Ein hoch ausgebildetes Schlachtross war mitunter kostbarer als ein Menschenleben und so zielte die Reitweise darauf ab, das Pferd muskulär so zu kräftigen, dass es möglichst lang einsatzfähig blieb.
Durch eine entsprechende Gymnastizierung mit Übungen wie Schulterherein, Übertreten, Travers, Renvers bis hin zu Piaffe und Passage wird das Pferd geradegerichtet und ausbalanciert. Hals-, Lendenwirbelsäule, Iliosacral- und Hüftgelenke werden mobilisiert, der Muskel- und Bandapparat gekräftigt, dadurch werden die Gelenke geschont. Die stabilere Hinterhand wird nach und nach kräftiger und vermag vermehrt Last aufzunehmen. Mit diesem höheren Grad an Versammlung wird die verletzungsanfällige Vorhand entlastet.
Der Reiter wird für das Pferd "tragbar"!